ISO-zertifiziertes Meckern seit gestern

Alman Retro

Die Sprint-Retrospektive mit zwei sauber getrennten Kategorien: da kann man nicht meckern und da muss man leider kurz meckern.

Pünktlich gestartet Ordnungsgemäß moderiert Maßnahmen nicht ausgeschlossen Meckern mit Augenmaß

Vertretung? Kein Problem.

Wenn der Agile Coach ausfällt, übernimmt Mathias.

Und weil Mathias eingesprungen ist, wurde aus einer improvisierten Retro ein Verfahren mit Struktur, Kategorien und ausreichend Raum für sachorientierte Beanstandungen.

Block 1

Da kann man nicht meckern

Alles, was gerade erstaunlich okay läuft. Build grün, Kaffee warm, Termine im Kalender und niemand hat das Retro-Board verschoben.

Team Fokus passt Support, wenn's brennt Gut vorbereitete Tickets Gemeinsamer Fortschritt Pairing Sessions

Block 2

Da kann man meckern

Dinge, die fachlich diskutiert werden müssen, aber bitte erst nach korrekter Einordnung, kurzer Problemdefinition und einem angemessenen Seufzer.

Komplexität Merge-Konflikte Feedback fehlt Timeline updaten Reporting-Endpunkte

Output-orientiert

Am Ende steht natürlich eine Maßnahme.

Nicht zwingend eine gute. Aber eine, die in irgendeinem Tool steht, eine verantwortliche Person hat und beim nächsten Mal wieder besprochen werden kann.

Zuständigkeit geklärt

Kevin übernimmt.

Alle offenen Punkte, die nach der Diskussion noch niemandem gehören, werden vorläufig Kevin zugewiesen. Kevin war nicht im Meeting, ist aber laut Protokoll informiert.

ordentlich notiert

Punktlandung Ende Juni

Kevin fragt, was dafür eigentlich noch fehlt.

bis Ende der Woche

Feedback einsammeln

Jeder fragt. Kevin wartet auf die Zusammenfassung.

fachlich bemeckert

Komplexität und Merge-Konflikte

Kevin empfiehlt: erst tief atmen, dann eigenen Branch anlegen.

Abwesenheit erfasst

Urlaubstage im Projekt

Kevin ist verfügbar, solange er nicht existiert.

„Also, ich will ja jetzt nicht sagen, dass ich schon viele Retros erlebt habe, was ich aber sagen will und was ich auch sagen muss, weil es einfach der Wahrheit entspricht und weil ich ein Mensch bin, der Wahrheit sehr schätzt, fast so sehr wie ich diese Retro geschätzt habe, die - und das ist jetzt kein Schmeicheln, das ist Beobachtung, ich bin ja quasi Wissenschaftler meiner eigenen Gefühle - eine der produktivsten war, die ich je mitgemacht habe, mit Ansätzen, die so gut waren, dass ich kurz dachte, ich bin im falschen Meeting, weil normalerweise kommen in Retros Ansätze raus wie "wir sollten mehr kommunizieren", was ja so hilfreich ist wie ein Regenschirm ohne Stoff, aber hier, heute, in diesem Raum, mit diesen Menschen, die ich wirklich sehr mag, auch wenn ich das nicht immer sage, weil ich Bayer bin und wir das so nicht machen, kamen Ideen raus, die wirklich weiterhelfen, echte Ideen, handlungsfähige Ideen, Ideen mit Händen und Füßen, und dazu diese Wertschätzung füreinander, die man gespürt hat, nicht aufgesetzt, nicht aus dem Teambuilding-Workshop abgeschrieben, sondern echt, von Menschen die zusammen durch schwierige Phasen gegangen sind und jetzt gerade alle gleichzeitig gemerkt haben: eigentlich ist das hier ganz gut, eigentlich sind wir ganz gut, eigentlich läuft das.“